Auf Wiedersehen, Somaliland

Das Hargeisa Cultural Centre

Eindrücke von der 8. Hargeisa International Book Fair (Gastland Nigeria)

Besuch im Edna Adan Hospital

Around town

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Ismael, ein Kioskbesitzer in der Innenstadt.

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Ein Café in der Stadt.

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Der Fußballplatz mit Kunstrasen kann gemietet werden. Jeder Spieler muss dafür drei Dollar Nutzungsgebühr bezahlen.

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Gebratene Ziegenleber, ein traditionelles somalisches Frühstück.

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In einer Schule in Hargeisa.

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Auf der Terrasse des Afrika-Hauses.

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Aisha, die Besitzerin des „Tea Garden“ im Afrika-Haus. Sie kehrte vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus den Niederlanden zurück und hat das Café Anfang des Jahres eröffnet.

Ankunft in Hargeisa

Telefonat mit dem Werderschen Markt

Der Tag der Abreise ist gekommen. Am Vormittag rufe ich noch im Auswärtigen Amt an. Ich wollte mich auf eine sogenannte „Krisenvorsorgeliste“ setzen lassen. Deutsche Staatsbürger, die in IMG_1685Krisenregionen reisen, werden auf einer Liste geführt, hatte ich gehört. In der Warteschleife läuft der Anfang von Beethovens 9. Sinfonie, „Freude schöner Götterfunken“ bis ein Sachbearbeiter meinen Anruf entgegennimmt. „Ja, die Liste gibt es“, bestätigt er. Als ich ihm das Reiseziel „Somaliland“ nenne, schlägt seine Stimme ins Skeptische um: „Wissen Sie, in Ländern wo es keine diplomatische Vertretung gibt, gibt es auch keine Liste.“ „Und was kann ich jetzt machen?“ Er riet mir, der nächstgelegenen Botschaft – in Addis Abeba – über das Nachrichtenformular auf der Internetseite Ziel und Dauer meines Aufenthalts zu informieren „dann legen sie sich die Nachricht vielleicht beiseite und vernichten sie, wenn sie nach Ablauf der Zeit nichts von ihnen gehört haben.“ Ich frage noch mal nach: „Wenn ich nach Somaliland reise, bin ich für sie also vom Radar?“ „Sozusagen“, antwortet er.

Jetzt habe ich einen Visa-Stempel im Pass von einem Land, das in meinem Land nicht existiert.

Kopftuch-Shopping am Kottbusser Damm

Vor keiner Reise habe ich mehr über Kleidung nachgedacht: Wie lang, wie kurz, wie viel, wie wenig? Ich wusste, dass man als Frau in Somaliland Kopftuch tragen sollte. Aber ich wusste nicht wie. Also ging ich am Samstagmorgen vor der Abreise los, um etwas zum ersten Mal machen: Kopftuch-Shopping. Am Hermannplatz überlegte ich: Sonnenallee oder Kottbusser Damm – Naher Osten oder Türkei?– und entschied mich, nach links abzubiegen, in einen türkischen Laden. Drei Euro kostet das weiße Kopftuch, ein Euro das Untertuch.

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Mit Unter- und Kopftuch.

„Das brauchst du aber gar nicht“, sagt dann die Mama einer Schulfreundin meiner Tochter ein paar Tage später. Sie stammt aus Kairo. Wir sind zur Anprobe und Tee in ihrem Wohnzimmer verabredet. „Das Untertuch ist doch viel zu heiß. Lass’ es weg. Sie wollen nur sehen, dass du den Brauch respektierst“. Also gut, Untertuch kommt weg, weniger ist mehr. Und die Stecknadeln, rechts und links wie es mir die Verkäuferin am Kottbusser Damm gezeigt hat? Die achtjährige Schulfreundin meiner Tochter mischt sich ein. Sie winkt aufgeregt ab und fasst sich an den Hals und ruft: „Weglassen! Ich hab’ mir neulich damit richtig in den Hals gestochen!“

Dann trinken wir Tee, die drei Mädchen sitzen neben mir auf der Couch und wickeln mir eine nach der anderen das Tuch um den Kopf, bis ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Ohne mit (und einem Teller gebratenem Ziegenfleisch mit Reis).

Ohne mit. Und einem Teller gebratenem Ziegenfleisch mit Reis.